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Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hatte vor kurzem folgenden zusammengefassten Sachverhalt zu entscheiden:

Der klagende Architekt hatte zwei Abschnitte einer Wohnhausanlage im Gemeindegebiet der beklagten Gemeinde geplant. Die beklagte Gemeinde berichtete über die Fertigstellung und Eröffnung des ersten Bauabschnittes dieser Anlage in der Gemeindezeitung, in der nicht nur die Anlage abgebildet wurde, sondern auch die Vorzüge des Gebäudes (ausdrücklich auch die Architektur) angesprochen wurden, ohne allerdings den Namen des Architekten zu nennen.

Das OLG Wien bejahte rechtskräftig den Anspruch des Architekten, in einem solchen Fall namentlich genannt zu werden: Bauwerke dürfen in Zeitungen abgebildet werden, ohne den Urheber fragen zu müssen ("Freiheit des Straßenbildes"). Dem Architekten kann das Interesse, namentlich genannt zu werden, im Fall eines Berichtes über die Eröffnung eines von ihm geplanten Bauwerkes nicht abgesprochen werden, wenn dieses Gegenstand des Artikels ist, mag er auch darauf verzichtet haben, am Gebäude selbst als Urheber genannt zu werden.

(vgl die Entscheidung des OLG Wien 13.11.2013, 4 R 184/13b, ecolex 2014/29 [Höhne])